Die Winterpause macht´s möglich, sich noch einmal über Randerscheinungen der 'Grantplatz-Ligen' Gedanken zu machen

Es folgt der Dritte Teil der Beschreibung von Spielertypen, die uns regelmäßig auf Deutschlands Sportplätzen begegnen

Heute mit dabei...

Der Nachwuchs Neymar.

Ein leichter Flaum ziert die Oberlippe. ein Bild im Taufkleidchen den Spielerpass. Selbstverständlich steht er in der Startaufstellung, kommt aber etwas später weil er verschlafen hat. Bei der Passkontrolle ist er jedenfalls noch nicht auf der Sportanlage, kommt aber gerade noch rechtzeitig zum Aufwärmen.

An den Lockerungs- und Dehnungsübungen der Mannschaftskollegen braucht er nicht teilzunehmen, statt dessen überzeugt er mit zirkusreifen Ball-Jonglierkünsten. Das Festival Bändchen vom gestrigem Discobesuch lässt sich leider nicht entfernen und die Halskette ist ein religiöses Symbol. Beides hat der "Schiedsrichter von letzter Woche" auch nicht beanstandet.

Die Schienbeinschützer waren ihm bereits als Mini Ronaldo zu klein, dafür ist aber das weisse T-Shirt unter dem Trikot lang genug sodaß es gerade noch 7,5 cm herauslugt.

Während des Spiels arbeitet er überwiegend mit dem Mund. Die wenigen Ballkontakte enden meist in einem sinnlosem Dribbling in einer gegnerischen Spielerwolke und Fußball ist ein Laufspiel bei dem Andere laufen müssen.

Seine Schauspieleinlagen verstoßen regelmäßig gegen das Urheberrecht und sind meist schlechte Imitationen aus internationalen Ligen. Kraftausdrücke setzt er gezielt gegen Mit- und Gegenspieler ein, Verbalattacken gegen einen Schiedsrichter erlaubt er sich aber nur, wenn dieser jünger oder kleiner ist.

Duschen braucht er nach dem Spiel nicht, seine ungekämmten Haare verbirgt er unter einer verkehrt herum aufgesetzten Baseballkappe. Transpirationsgerüche wird mit einem billigem Deodorant vertrieben welches großzügig aufgetragen wird.

 

Der Kommentar Günter

ist im engerem Sinne kein Spielertyp (mehr) dem wir auf dem Feld begegnen. Hat mal Fußball gespielt und das - nach eigener Aussage - sehr erfolgreich in elitären Ligen. Nur kann sich meist kaum einer daran erinnern.
Ist auf dem Sportplatz meist am Spielfeldrand zu sehen. Trägt entweder Anzug oder eine (Stadion Thermo) Winterjacke in Vereinsfarben und mit Logo.

Er ist derjenige, der nach dem Spiel immer weis, was der Trainer vor dem Spiel und während des Spieles hätte anders machen müssen. Bei Entscheidungen des Schiris gegen seine Mannschaft mahnt er dessen Fingerspitzengefühl genau so an wie das zu lasche Vorgehen gegen Aktionen des Gegners. Und überhaupt war der falsch angezeigte Einwurf eine Minute vor Schluss beim 0:5 Rückstand eine klare und Spiel entscheidende Fehlentscheidung gegen seine Mannschaft.

Er erzählt allen in seiner Umgebung was er "in seiner aktiven" Zeit gemacht hat oder gemacht hätte. Die Geschichte mit der "Selbsteinwechslung und Torerfolg" gibt er auch immer mehrmals pro Spiel zum besten.

Er behauptet alles und jeden zu kennen, inklusive Deines Obmanns. Mit dem Präsidenten Deines Regionalverbandes trifft er sich nach diesem Spiel noch in seiner VIP Lounge zum Bundesligaspiel.

 

Der Wrestler-Wiese 


Das Tor, der Torraum und eigentlich auch der Strafraum ist sein ureigenstes Revier und wer dort eindringt, muss damit leben, geklammert, umgerannt, getreten und was weiß ich sonst noch zu werden - warum kommt der Trottel auch in sein Revier.

Da der Wrestler-Wiese auch noch weitere Gebietsansprüche hat, ist jeder Fremde gut beraten, überhaupt dem Strafraum nicht zu nahe zu kommen. Der Typ mit der Pfeife ist ja nur so etwas wie ein Ringrichter, der also allenfalls ein paar Empfehlungen gibt und sonst nur lächerliches Beiwerk ist. Ach ja: Der Ball ist eigentlich ein störendes Utensil und, sofern er in die Nähe kommt, dem Wrestler-Wiese unaufgefordert freiwillig zu übergeben, damit der diesen nachhaltig -in die gegnerische Hälfte- entsorgen kann.

 

Danke an Manni für den Gastbeitrag über den Wrestler-Wiese

Euer Siggi

 

Nachtrag: In Arbeit sind inzwischen

Wenn ich die Zeit finde werde ich auch über diese beiden Typen etwas zu berichten wissen.