Während das IFAB in klimatisierten Büros von Geometrie und Chronometrie träumt, fischt die Kreisklasse den Ball noch aus den Brombeeren. 

Ein bürokratischen Amoklauf im Amateurfußball.“

 

na, habt ihr die Winterpause gut überstanden oder klebt die Currywurst noch im System? Hier ist wieder euer Siggi (für die Korrekten: Siegfried Pfeiffer). Während ihr eure Schienbeinschoner noch sucht, haben sich die Herren in den klimatisierten Büros beim IFAB und beim DFB wieder ein paar echte Leckerbissen ausgedacht.

Ich sage es euch, wie es ist: Wenn wir das in der Kreisklasse so umsetzen, wie es im Buche steht, dann brauchen wir pro Spiel drei Notarzteinsätze und ein Mathe-Studium.

Original Pressemitteilung des IFAB vom 28.02.2026 (in englischer Sprache)

Artikel des kicker mit gut verständlichen Erläuterungen

Sportschau online mit einer Kurzfassung der geplanten Regeländerungen

Hier ist mein Senf zu den "Innovationen" der Saison 2025/26:

 

Beginnen wir zur Einstimmung mit einem Rückblick auf  die Regeländerung der letzten Saison:

Rückblick: 8 Sekunden Anarchie

Die 8-Sekunden-Regel für Keeper war ein administrativer Geniestreich für Leute, die Fußball nur aus Excel-Tabellen kennen. Während „Pummel-Kevin“ im Tor noch die Rückpass-Regel von 1992 verarbeitete, mutierten wir Schiedsrichter zu nervösen Metronomen. Inzwischen hat sich der Wahnsinn eingepegelt – wahrscheinlich, weil Kevins Blutdruck bei Sekunde sieben automatisch auf Alarmstufe Rot springt.

Der 5-Sekunden-Clown

Künftig werden wir auch beim Abstoß und Einwurf zum lebenden Metronom – eingedampft auf sportliche fünf Sekunden. Während der Verteidiger noch fluchend den Ball aus dem Brombeergebüsch fischt, sollen wir den „pädagogischen Countdown“ einleiten. Trödelt der Keeper beim Abstoß, gibt es Ecke für den Gegner.

Siggis Senf: „Da brauche ich in der 92. Minute kein Fingerspitzengefühl mehr, sondern Personenschutz und ein Fluchtfahrzeug mit laufendem Motor.“

Slapstick an der Seitenlinie

Die Auswechslung wird zum olympischen Sprint: Zehn Sekunden für den Abgang, sonst bleibt der Ersatzmann draußen, bis eine Minute vergangen ist. Wir Schiedsrichter sind kein Organ der Rechtspflege mehr, sondern ein wandelndes Excel-Sheet mit Stoppuhr-Fetisch.

Siggis Senf: „Ich sehe es vor mir: Der Methusalem bekommt auf halbem Weg einen Wadenkrampf, und ich muss dem tobenden Trainer erklären, dass sein Joker leider draußen bleiben muss, weil der Opa bei Sekunde elf noch mit dem Zeh auf der Linie stand.“

Die 60-Sekunden-Quarantäne

Endlich ein Lichtblick: Wer zur Behandlung das Feld verlässt, muss zwingend eine Minute pausieren. Das beendet die biblischen Wunderheilungen durch Eisspray

Siggis Senf: „Ein genialer Einfall der Regel-Ästheten! Wer den sterbenden Schwan markiert, um Zeit zu schinden, wird nun durch eine Zwangs-Auszeit bestraft. Das ist die einzige Minute auf dem Platz, in der mal Ruhe im Karton ist, weil der größte Unruhestifter draußen über seine schauspielerische Zukunft nachdenken kann.“

Die Illusion des Fortschritts: Geometrie am Reißbrett

Während wir uns mit Stoppuhren abmühen, bastelt das IFAB bereits am nächsten theoretischen Luftschloss: Der Abseits-Revolution. Die Idee, dass erst der ganze Körper vorn sein muss, bleibt uns zum Glück als spruchreife Regel diese Saison noch erspart – diskutiert wird der Unfug trotzdem.

Siggis Senf: „Am grünen Tisch wirkt das elegant, auf dem Dorfplatz ist es Geometrie-Unterricht unter Adrenalin. Ob der berühmte "Uli-Hoeneß-Zeh" im Abseits steht oder künftig ein Sauerstoffmolekül zwischen Ferse und Verteidiger entscheiden soll – die Erbsenzählerei bleibt. In der Bundesliga zählt der Computer die Atome, aber ich soll am Sonntag auf 40 Meter ohne Linienrichter erkennen, ob die Schusshacke noch Millimeter-Kontakt zur Linie hat? Ein Glück, dass dieser Wahnsinn vorerst in den Köpfen der Funktionäre bleibt. Wir haben genug mit unseren Uhren zu tun.“

Fazit: Die totale Vermessung des Dorfplatzes

Wir werden von Hütern der Gerechtigkeit zu Sklaven der Chronometrie umgeschult. Früher brauchten wir Fingerspitzengefühl, heute das Timing eines Bombenentschärfers. 5 Sekunden für den Einwurf, 8 für den Abschlag, 10 für den Abgang, 60 für das Wehwehchen.

Siggis letztes Wort: „Wir verwalten Sekundenbruchteile, statt Emotionen zu leiten. Falls ich am Sonntag mal nicht pfeife, sondern starr auf mein Handgelenk starre, wisst ihr Bescheid: Ich rechne noch.“

Euer Siggi